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Doppelte Moral, doppeltes Leid.

Die katholische Kirche in der Krise: Missbrauchsfälle, Übergriffe auf Schutzbefohlene. Und der Vorwurf, dass vertuscht und verschleiert wurde, statt den Opfern zu helfen. Wem nützt eigentlich der Zölibat? Was muss noch passieren, damit auch die Not der Priester erkannt wird? Und wie stark ist ein Glauben, der die Glaubwürdigkeit verliert?

Die Leitlinien der Bischöfe und der Kirche sind Leidlinien für die Opfer. Doppelte Moral, doppeltes Leid: Erst der Missbrauch, dann die Erniedrigung und Ohnmacht. Die Sendung “hart aber fair – Die Priester und der Sex – Wie viel Wahrheit wagt die Kirche?” ist bester Anschauungsunterricht, wie Wahrheit, Recht und Gerechtigkeit zurechtgebogen und zurechttheologisiert werden. Gelernt ist gelernt. Reinschauen und erschaudern.

Kindsmissbrauch ist ein Offizialdelikt! Gilt auch für Jesuiten, Bischöfe, Päpste, Rabbis, Mullahs. Bis jetzt konnten die Kirchen Vergehen weitestgehend  in eigener Regie behandeln oder eben vertuschen. Jetzt endlich scheint der Bann gebrochen. Mit der Razzia im Kloster Ettal.

26. Februar 2010 | Kategorie: Panorama | Kommentare (0)

Warum ich kein Muslim bin.

Eines der wichtigsten  Bücher zum Islam. Geschrieben von Ibn Warraq im Stil von Nobelpreisträger Bertrand Russells “Warum ich kein Christ bin”.

Perlentaucher.de schreibt: “Es ist das wichtigste Buch zum Thema “Islam”. Jeder sollte es gelesen haben. Es ist 1995 auf Englisch erschienen und liegt seit 2004 auch auf Deutsch vor. Der Autor Ibn Warraq wurde 1946 in Indien geboren,wuchs in Pakistan auf und lebt heute oder lebte, als er dieses Buch schrieb, in London. Wer mehr über ihn wissen will, muss sich anstrengen, denn mehr scheint der Autor nicht über sich verraten zu wollen. Er ist, wie der Titel seines Buches verrät, kein Muslim, er glaubt an keinen Gott. Er hält Religion für einen gefährlichen und monotheistische Religionen für einen mörderischen Mumpitz. Ein Interview mit Ibn Warraq findet der interessierte Leser in der Islam Review, seinen Kommentar zum Anschlag auf das World Trade Center beim Institute for the Secularisation of Islamic Society. ”Warum ich kein Muslim bin” ist ein Pamphlet, ein Frontalangriff auf die zentralen Glaubensgüter des Islam. Und eine Begründung, warum das nötig ist.

Von derzeit auf den Markt erhältlichen antimuslimischen Pamphleten unterscheidet sich Warraqs Werk für den Rezensenten auf “dramatische und sensationelle Weise”, handelt es sich doch um das Buchs eines Muslims, das viel von der Maßlosigkeit, der Unduldsamkeit habe, die dem Häretiker oft eigen sei. Der Autor, der sich nach einem Aufklärer der muslimischen Frühzeit Ibn Warraq nennt, bestehe mit guten Grund auf seiner Anonymität. Das Buch hätte ihm mit Sicherheit eine Fatwa eingetragen, Todesurteil inklusive, meint Misik, schließlich betreibe Warraq auf 500 Seiten mit mehr als 700 Fußnoten “fundamentale Religionskritik”. Er zeige nicht nur, dass der Koran nicht das Wort Gottes sein könne, sondern auch, worauf die Lehren und Forderungen des Islams in der Praxis hinausliefen: auf Knechtung, Mord, Gräueltaten, weswegen der Islam mit Demokratie und Menschenrechten nicht zu vereinbaren sei. Mehr dazu hier.

25. Februar 2010 | Kategorie: Panorama, Religionskritik | Kommentare (0)

Humanistenstadtcarneval.

Laternen auf dem Münsterplatz.

Die duet är sicher nid lang bhalte -

syy hett am Buuch scho zimmlig Falte.

Die klerikali Goschdymdante

Die muess jo im Museum lande.

My Luscht duet ständig ändere.

Zum Glügg isch si Linggshändere.

E Frau för mi? – Das wäär dr Hit.

Zöli oder zöli nit?


D’Frau Pfarre mues -

die armi Däsche -

sich immer mit

Weywasser wäsche.

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Ein paar Schnitzelbänke.

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(„Ruggsytte“ zum Thema „Tschador“)

Di oberschty, das isch d Miss Afghanistan

Die mittlery, das isch d Miss Tadschikistan

Aber au die underschty zellt zue de Chique

Dasch dr Tambourmajoor vo ere Fraueclique.

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(„Gasladärne“ zum Thema „Meinungsfreiheit“)

Das Minarettplakat  wird vielerorts verbotte.

Das vo der Leuthart hätt me au nimm zaige  wotte.

Das vo der IV rait sich au no in dä Raige.

Lägg hänn mir Gligg, as mir no d Helge derfe zaige!

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(„Stächpalme“ zum Thema „religiöse Unterwanderung“)

Inschaallah, o salem aleikum.

Hassan, Ali: dali hai kum!

Döner Kebab, Fatima Burka, Tamoilbenzin:

Yych statt Schnitzelbänkler dänk glyy Schnitzelmuezzin.

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(„Singvogel“ zum Thema „Kopftücher“)

Wänn ächt die Fraue, wo ihr Kopfduech präsentiere,

jetzt au scho s’Eglisee schlyychend islamisiere?

Doch halt, villicht sinn s jo – me ka das nie ganz wisse –

Nur arbeitslosi Riechemer Diakonisse.

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(„Singvogel“ zum Thema „internationale Toleranz“)

Für 14 Daag goht d Müllere mit Easy-Jet

Nach Marokko und gseht dert e  Minarett

Und sait zer Huebere: Die dien do wyterbätte,

wie wenn si nyt vo däm Verbot erfahre hätte.

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Plakate im Stil der Freidenker-Kampagne.



23. Februar 2010 Tags: | Kategorie: Humanismus, Oh my god, Panorama, Religionskritik | Kommentare (0)

Religion ohne Gott.

Der Buddhismus ist vom Wesen her die einzige Weltreligion, die keinen Gott kennt oder benennt, obwohl Buddha – wie auch Jesus und Mohammed – quasi als gottgleich angebetet wird. Dies ist jedoch ein Widerspruch zu seiner Philosophie, die man am besten als eine philosophische Psychologie der Selbsterkenntnis beschreiben kann. Buddha lehrte aufgrund eigener Erfahrung den Weg der Befreiung von irdischem Leid und vom Rad der Wiedergeburt zum erleuchteten Wesen, das mit sich und allem eins ist. Da dieser Weg mittlerweile auch im Westen sehr populär und in vielen Variationen verbreitet ist, darf er hier nicht fehlen.

Der historische Buddha wurde als Siddharta Gautama im 6. vorchristlichen Jahrhundert im Grenzgebiet des heutigen Indien und Nepal geboren. Er war der älteste Sohn eines Raja (Fürsten) einer kleinen Adelsrepublik und somit der streng behütete Nachfolger seines Vaters. Er wuchs im Luxus der Reichen seiner Zeit auf, war verheiratet und hatte einen Sohn. Bis dahin hatte er nie das alltägliche Leid außerhalb des Palastes kennengelernt.

Die Legende berichtet, daß er dies alles spontan aufgab, als er während einer Ausfahrt zum ersten Mal eine am Stock gehende Alte, einen dahinsiechenden Kranken, einen Toten und einen zufrieden strahlenden Wandermönch sah. Er entschloß sich, das Wesen des Leidens und der Vergänglichkeit zu ergründen und wählte den damals und heute noch sehr verbreiteten Weg der Askese. Er fastete, meditierte und kasteite sich und unterzog sich allen Disziplinen asketischer Zucht bis an den Rand totaler Erschöpfung. Nach sieben Jahren mußte er sich eingestehen, daß er noch genauso weit von seinem Ziel entfernt war wie am Anfang; er erkannte, daß extreme Askese ebensowenig zum Ziel führt wie ein ausschweifendes Leben. Zum Sterben bereit, beschloß er als letzten Versuch, sich unter einen Baum im heutigen Bodhgaya zu setzen und zu meditieren.
In dieser Nacht setzte ein Prozeß ein, der ihm sein ganzes bis dahin gelebtes Leben wie einen (Alp-)Traum erscheinen ließ, aus dem er jetzt erwachte. Er erfuhr das Unnennbare, das Unbeschreibliche, das nicht Faßbare, das so nah und doch so fern ist. Dies ist ein Bild, eine Metapher, die von allen Erwachten zu allen Zeiten ähnlich beschrieben wird: das Erwachen aus einem Traum zu dem, was wirklich ist, immer war und ewig sein wird. Dieser Zustand der “Erleuchtung” wird beschrieben als inspirierende Begeisterung, Ich-freies Glücksgefühl und eine von jeder Begrenzung freie Geistesruhe, die außerdem gleichmütig allem gegenüber ist, was einen selbst betrifft.

In den darauffolgenden Nächten erkannte der zum Buddha Erwachte die Gesetzmäßigkeit des Leidens und des Lebens, erfuhr die Freiheit vom Rad der Wiedergeburt und fand die “Vier edlen Wahrheiten”. Aus diesen Einsichten heraus formulierte er den sogenannten “achtfachen Pfad”, der als mittlerer Weg zwischen Askese und Lebensbejahung helfen soll, aus Leid, Gier, Haß und Unwissenheit zu befreien. Die acht zu übenden Tugenden, die er beschreibt, sind:

Rechtes Verstehen (oder richtiges “Sehen”)
Rechter Zweck (oder rechtes Streben)
Rechtes Verhalten
Rechter Lebensunterhalt
Rechte Anstrengung
Rechte Art der Achtsamkeit (oder Gedankenkontrolle)
Rechte Konzentration (auf das Ziel)
Meditation.

Buddha hat in vielen Reden ausgeführt, was er darunter versteht, und viele Hinweise zur Selbstbeobachtung gegeben. Vierzig Jahre lang wanderte er danach lehrend durch das nordöstliche Indien und half Menschen aller Schichten, den ihnen eigenen Weg zu finden. Er starb 80 jährig mit den Worten: “Seid euch selber Zuflucht, eine andere Zuflucht gibt es nicht! Strebet ohne Unterlaß!”

Im Gegensatz zum Christentum und zum Islam hat es niemals buddhistische Zwangsmissionierungen oder Glaubenskriege gegeben. Buddhismus ist wie Wasser: Es fließt dahin, wo es willkommen ist, gibt nach und leistet keinen Widerstand – wie man im krassen Fall des tibetischen Buddhismus erkennen kann. Trotz dieser Unaufdringlichkeit bahnte sich der Buddhismus innerhalb der nächsten zwei Jahrtausende seinen Weg durch ganz Asien bis nach Japan, wo er sich im 12. Jahrhundert ausbreitete.
Im wesentlichen haben sich zwei Schulen herausgebildet: der Theravada oder Hinayana und der Mahayana. Hinayana ist der klassische Weg des achtfachen Pfades in mönchischer Lebensweise mit viel Meditation und wird vor allem in Sri-Lanka, Thailand und Burma praktiziert. Der Kern des Mahayana ist das Ideal des Bhodisattwa, der schwört, selbst nicht eher das Rad der Wiedergeburten zu verlassen, ehe nicht alle lebenden Wesen vom Leid befreit sind. Diese Form findet man im tibetischen, chinesischen und japanischen (Zen-)Buddhismus. In Indien selbst ist der Buddhismus, der durch seine Betonung der Gleichheit aller Geschöpfe dem im indischen Charakter tief verwurzelten Kastendenken widerspricht, kaum noch präsent.

Im Westen haben sowohl der Zen-Buddhismus als auch der tibetische Buddhismus starken Niederschlag in spirituellen Kreisen gefunden. Zen ist durch Graf Dürckheim, der zehn Jahre in Japan lebte, und Pater Lasalle hier bekannt geworden. Der tibetische Buddhismus verdankt seine Verbreitung der zwangsläufigen Reisefreudigkeit tibetischer im Exil lebender Lamas und nicht zuletzt der persönlichen Ausstrahlung des Dalai Lama. Auch einige in Nepal und Tibet eingeweihte westliche Lamas, wie etwa Ole Nydahl, haben sehr zu seiner Verbreitung beigetragen.

Zen.

Die Schule des Buddhismus, die im Westen in den letzten Jahren die größte Beachtung – bis hin in christliche Klöster – gefunden hat, ist der Zen. Seine spezielle Prägung hat der Zen-Buddhismus durch den Einfluß des chinesischen Taoismus erhalten. Bodhidarma war es, der den Buddhismus im
6. Jahrhundert von Indien nach China brachte, von wo er 600 Jahre später nach Japan gelangte und als Zen diese Kultur nachhaltig prägte.

Zen “lehrt jenseits jeder Dogmatik das Schmecken des göttlichen Seins im weltlichen Dasein” (Dürckheim). Dies kann bei so einfachen Dingen wie Teetrinken und Blumenstecken geschehen, woraus die Japaner bekannterweise klassische Rituale gemacht haben. Hierin wird schon ersichtlich, daß es sich nicht um eine Religion mit Dogma und Glaube, sondern um eine Geisteshaltung, eine Zen-spezifische Einstellung zum Leben handelt. Zen betont die zentrale Bedeutung der Annäherung an Erkenntnis und Erleuchtung auf dem Weg der Erfahrung, das absolute Tun im Hier und Jetzt. Dazu folgende Geschichte:
Ein Mönch bat: “Meister, ich bin noch ein Neuling im Zen. Zeig mir den Weg!” Dschau-dschou fragte ihn: “Hast du gefrühstückt?” – “Ja!” – “Dann geh und wasch die Eßschale aus!”

Die klassische Form der Zen-Praxis ist das Zazen (siehe Kapitel Meditation), d. h. sitzen wie ein Buddha, gehen wie ein Buddha, Tee trinken wie ein Buddha. Es passieren lassen. Das geht sowohl im Kloster als auch im Alltag, wobei Ersteres bezüglich der Sorgen um den Lebensunterhalt mit Sicherheit einfacher ist; in anderer Hinsicht allerdings nicht, denn hier ist Disziplin angesagt: um 4 Uhr aufstehen, Zazen, Tee, Arbeit, Zazen usw.
Zen-Meister lieben das Paradoxon: “Nichts ist unerklärlich, alles ist Geheimnis” und “Verlaufen kannst du dich nur, wenn du versuchst, wohin zu kommen”, sind typische Zen-Weisheiten. Zen-Meister sind für ihre unorthodoxen Methoden bekannt: ein schallendes Lachen, eine Ohrfeige oder ein Schweigen im richtigen Moment haben so manches Erweckungswunder bei erklärungssüchtigen Suchern bewirkt.
Hat ein Mönch seinen Meister gefunden, unterstellt er sich normalerweise bedingungslos seiner Führung, wozu auch das Knacken von Kopfnüssen, den sogenannten Koans, gehört. Diese intellektuellen Stolperaufgaben werden individuell kreiert. Sie dienen der geistigen Verwirrung des Egos, zugunsten der erwünschten, aber “unerreichbaren” Satoris (Erleuchtungsmomente), die eben nur dann passieren, wenn Sie es nicht erwarten und alles loslassen, z. B. auch die Vorstellung darüber, was Zen und Erleuchtung ist. Wenn Sie den Geist des Zen verstanden haben, dann müßten Sie jetzt das Buch zuschlagen, sich umschauen und über all den sinnvollen Schwachsinn um Sie herum einfach lachen, lachen, lachen, so wie es der kleine dicke China-Buddha tut, der hier steht.

17. Februar 2010 | Kategorie: Panorama, Zen | Kommentare (0)

Gelebtes Zen.

Warum Leonhard Cohen auf dieser Site? Für mich ist sein spiritueller Werdegang beispielhaft.  Aufgewachsen wie die meisten Menschen in seiner zufällig so gearteten religiösen Welt, war er stets offen für das Leben, für die Vielfalt religiöser, spiritiueller, philosophischer Anleitungen und Rezepte zur  Lebensbewältigung. Er hat schliesslich zum Zen-Buddhismus gefunden.  Zu jener Spiritualität, die gänzlich ohne die Krücke eines “Gottes”, ohne monotheistischen Humbug, ohne eifersüchtiges Machtgehabe, ohne kriegerisches Unterwerfen und heilloses Missionieren und ohne die Geistesfreiheit einschränkende Dogmen auskommt. Leonhard Cohen, ein Humanist im wahrsten Sinn des Wortes. Was ich meine, gibt der FAZ-Artikel über sein  Konzert in Lörrach  schön wieder. “Leonard Cohens Konzerte ähneln ohne jede Blasphemie dem Ritus und Rhythmus einer Messe. Er, der kanadische Jude, amalgamierte seine melancholischen Prophetien früh mit dem Erlösungsversprechen des Katholizismus – „now the flames they followed Joan of Arc“. In langer klösterlicher Zurückgezogenheit hat er vor einigen Jahren zum Zen-Buddhismus gefunden. Leonard Cohen ist ein Mann, den Spiritualität wie ein Glanz von innen umgibt.”

Courteoisie im Dienst des Zuhörers: Cohen zieht den Hut ans Herz

17. Februar 2010 Tags: , | Kategorie: Humanismus, Panorama, Zen | Kommentare (0)

Albert Einstein, Freidenker.

12. Februar 2010 | Kategorie: Galerie der Freidenker, Panorama | Kommentare (0)

Scheinheilig.

Zum Beispiel Pater Peter R., ein dicklicher Religionslehrer mit Koteletten und getönter Brille, der jetzt als einer von drei bekanntgewordenen Tätern gilt – auch wenn er alles bestreitet. Nach aussen hin gab sich der Jesuit jovial und jugendnah. Der VW-Bus, mit dem er durch die Gegend fuhr, hattes das Kürzel “SJ” im Kennzeichen, für “Societas Jesu”. Später übersetzten die Canisius- Schüler die Initialen sarkastisch mit “Seine Jungs”. Mehr dazu.

(Spiegel Nr. 6/ 8.2.10 “Die Scheinheiligen. Die katholische Kirche und der Sex.”)

Dazu passend  der Zeedel der “Alti Schliesselkinder” zur Fasnacht 2010 mit dem Titel:

Adie Zölibat.

E Prieschterweih isch für de Klerus

sexualitätisch wie n e Keerus

ab däm Momnent hetts leider gheisse

nümm aalänge! Höggschtens gneisse

s isch fertig mit dr Lyybesluscht

was übrig blyybt isch puuri Fruscht

denn wenn de Prieschter wirsch, s isch schaad

muesch schwööre: yych halt s Zölibat.

Doch jetzt kunnt do Beweegig dry

vyyl wänn nümm ohni Wyybli syy

und s het dr neu Bischoff vo Sitte

persöönlig s Zölibat bestritte.

Was das denn haisst muess me bedängge

s würd vyyl in neui Bahne längge

d Pfäärer miesste sich nümm verstegge

well öpper güggelet am Egge

statt mit dr Köchin numme z schloofe

nämmt är sy mit ins Dorf zum Schwoofe

scho het e näddi Frau das au ghört

bis jetz het s Zölibat syy gstört

sy faart sofort zum Babscht no Room

und wartet vor em Petersdoom

dört rieft sy “Schluss mit Zölibat”

und hofft dr Baabscht syg scho baraat

drum het s en richtig geil aagschbrunge

und steggt em Zunge fascht in d Lunge

und wo si uff em oobe liggt

schreit är in Panik, halb verstiggt

so hälfet doch, dasch nid zum Lache

yych weiss nid waas mit Fraue mache.

Im Gottesdienscht, isch das normaal?

sinn d Fraue klar in Ueberzaal

dr neu Vikaar, ganz im Vertraue

daas isch dr Schwarm vo allne Fraue

drum isch s für d Geierwalli glaar

zur Byycht goot sy zue däm Vikaar

gneut in Byychtstuel, dief dekolltiert

und schilderet ganz unschiniert

was si so macht, wie sys hätt welle

duet alles detailliert verzelle

dä jung Vikaar isch so begeischderet

dass är d Sutane ganz vergleischderet

är seit: zur Stroof bagsch jetz e Kueche

ych kumm di denn hüt  z Nacht go bsueche

druff aabe duet är ganz schnäll schalte

und grad um iiri Hand aahalte

kumm said sy jo, hörsch ihn lyycht stööne

verzicht yych jetz uff all die Schööne

wo n ych bishär ha dörfe pflääge

gib statt mym Soome nur dr Sääge?

Ghürote syy heisst: me blybt treu

für d Prieschter isch das zimmlig neu

me könnt das zwor nid fremd go nenne

well alli sich vo vorhär kenne.

Dr Kleerus isch sich nid ganz einig

dr Wääg in d Eeh blibt zimmlig steinig

me bhaltet lieber was me hett

und springt gärn do und dört ins Bett.

Nur in de Klöschter z Irland dört

Het s Zölibat gar niemer gstört

d Luscht ka me do ganz logger gniesse

me het, wie Züri, s Knabeschiesse.

Dr nägschti Schritt, dää bruchty Muet

E “Coming out” wär doch ächt guet

daas wurd au vyyly Mönch befreye

wo sunscht sexuell  uff d Schnuure gheye

und d Partnersuechi, das isch rächt

betrifft ab sofort beidi Gschlächt.

So wärs au für de Minu klaarer

villicht wird dä jetzt au no Pfaarer.

Doch leider hett de Vatikan

bezüglig Eeh en andere Plaan

es soll soo wyter goo wie immer

d Situation wird alls wie schlimmer

s wird als no glooge und vertuscht

dr Babscht hets gsait und drumm wird kuscht

und d Prieschter mien, die arme Gselle

wyter uff d Witwe Handglängg zelle.

Gott singt.

Ein Gruss aus Österreich.

12. Februar 2010 Tags: , | Kategorie: Oh my god | Kommentare (0)

Spiritualität braucht keinen Gott.

In seinem Buch “Woran glaubt ein Atheist” beschreibt der französische Philosoph André Comte-Sponville klug, humorvoll und klar, warum es für ein gutes, erfülltes und glückliches Leben Gott nicht braucht. Und er weiss, wovon er spricht.  Weil er vergleichen kann. Weil er katholisch erzogen und aufgewachsen ist wie ich. Weil er seinen Glauben verlor und es als Befreiung erlebte – wie ich. Alles wurde einfacher, leichter, offener, stärker. Weg von den Ängsten und Schrecken, der Schuldgefühle und Schwere. Hinein in eine Welt des Erwachens, der Freiheit, der Verantwortung, der Lebensfreude. “Ja, ich habe das Gefühl, besser zu leben, seit ich Atheist bin, klarer, freier, intensiver”, schreibt er.

Mir geht es ebenso. Und was mir der Glaube, die Religion, das Beten, der Kirchenbesuch in früheren Jahren zu geben versprach: Mut, Gemeinschaftsgefühl, Zuversicht, stellte sich je länger je mehr als Katzengold heraus. Wenn es wirklich knüppeldick kommt, kannst du lange auf Gott vertrauen und hoffen. Er zeigt sich nicht, er kommt nicht. Comte-Sponvilles Erklärung: Weil es ihn gar nicht gibt. Diese Einschätzung deckt sich mit meiner voll und ganz.

Die Quintessenz daraus: Statt sich zu hintersinnen und wie wild noch stärker drauflos zu beten und zu glauben, gibt es ein Rezept, das wirklich wirkt: Spiritualität ohne Gott. Zen-Meditation (ohne Glaubenssätze, ohne Gott), Verantwortung selber zu tragen als sie an irgendein entferntes Wesen  zu delegieren. Zu lernen, zu leben, zu geniessen. Auf die Menschen zuzugehen, Mitmenschen Vertrauen zu schenken, statt sie als  Ungläubige, Andersgläubige abzulehnen. Aus diesem Denken heraus ist das Booklet mit den Postkarten (siehe Beispiele)  entstanden.  Es kann hier bestellt werden.

Vademecum.

  1. Diene keinem Gott.
  2. Verhalte dich fair.
  3. Denke, sei mutig.
  4. Moralisiere nicht.
  5. Nimm Kritik an.
  6. Zweifle, sei offen für bessere Argumente,.
  7. Informiere dich gründlich, bevor du eine Entscheidung triffst.
  8. Geniesse dein Leben.
  9. Hilf die Welt zu einem besseren, lebenswerteren Ort zu machen.
  10. Lüg, betrüg, stiehl, töte nicht. ((Es sei denn, es gibt im Notfall keine anderen Möglichkeiten, die Ideale der Humanität durchzusetzen.))
11. Februar 2010 Tags: , , , | Kategorie: Panorama | Kommentare (0)
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