Spiritualität braucht keinen Gott.
In seinem Buch “Woran glaubt ein Atheist” beschreibt der französische Philosoph André Comte-Sponville klug, humorvoll und klar, warum es für ein gutes, erfülltes und glückliches Leben Gott nicht braucht. Und er weiss, wovon er spricht. Weil er vergleichen kann. Weil er katholisch erzogen und aufgewachsen ist wie ich. Weil er seinen Glauben verlor und es als Befreiung erlebte – wie ich. Alles wurde einfacher, leichter, offener, stärker. Weg von den Ängsten und Schrecken, der Schuldgefühle und Schwere. Hinein in eine Welt des Erwachens, der Freiheit, der Verantwortung, der Lebensfreude. “Ja, ich habe das Gefühl, besser zu leben, seit ich Atheist bin, klarer, freier, intensiver”, schreibt er.
Mir geht es ebenso. Und was mir der Glaube, die Religion, das Beten, der Kirchenbesuch in früheren Jahren zu geben versprach: Mut, Gemeinschaftsgefühl, Zuversicht, stellte sich je länger je mehr als Katzengold heraus. Wenn es wirklich knüppeldick kommt, kannst du lange auf Gott vertrauen und hoffen. Er zeigt sich nicht, er kommt nicht. Comte-Sponvilles Erklärung: Weil es ihn gar nicht gibt. Diese Einschätzung deckt sich mit meiner voll und ganz.
Die Quintessenz daraus: Statt sich zu hintersinnen und wie wild noch stärker drauflos zu beten und zu glauben, gibt es ein Rezept, das wirklich wirkt: Spiritualität ohne Gott. Zen-Meditation (ohne Glaubenssätze, ohne Gott), Verantwortung selber zu tragen als sie an irgendein entferntes Wesen zu delegieren. Zu lernen, zu leben, zu geniessen. Auf die Menschen zuzugehen, Mitmenschen Vertrauen zu schenken, statt sie als Ungläubige, Andersgläubige abzulehnen. Aus diesem Denken heraus ist das Booklet mit den Postkarten (siehe Beispiele) entstanden. Es kann hier bestellt werden.

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Kommentar von Yahoouj - 23. Februar 2010 @ 02:24
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