Es wird also nichts aus dem Überraschungsgast: Die Organisatoren des Kopenhagener Kongresses «Gods & Politics» mussten verkünden, dass der Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard dem Mitte Juni stattfindenden Anlass aus Sicherheitsgründen fernbleiben wird. Westergaard wurde für seine 2005 entstandene Illustration, die Mohammed mit Bombe auf dem Kopf darstellt, bekannt. Seit 2008 steht er unter ständigem Polizeischutz, im Januar dieses Jahres entging er nur knapp einem Anschlag in seinem Haus im dänischen Aarhus. Der Attentäter war ein muslimischer Somalier mit Verbindungen zu Al Quaida.

Letzte Woche wurden zudem die Southpark-Macher Trey Parker und Matt Stone bedroht, da sie zur 200. Sendung Mohammed in einem Bärenkostüm abgebildet und im Sketch darauf hinwiesen hatten, dass Mohammed eben nicht abgebildet werden dürfe. Eine extremistische Gruppe namens revolutionmuslim liess daraufhin auf ihrer Website verlauten:
We have to warn Matt and Trey that what they are doing is stupid and they will probably wind up like Theo Van Gogh for airing this show.
Das Teddy-Kostüm-Sujet als Teil der Jubiläumssendung, die von Rückblicken auf vergangene Episoden geprägt war, war wohl in erster Linie eine Kritik am Entscheid von Comedy Central, im Jahr 2006 eine Southpark-Ausgabe nicht auszustrahlen, weil darin Mohammed als Comic-Figur zu sehen war. Die Jubiläumssendung thematisierte auch erboste Reaktionen von in früheren Sendungen karikierten Hollywood-Stars – und die Empfindlichkeit extremistischer Muslime und deren Hang zu Gewalttätigkeit. Nicht nur die Drohgebärden religiöser Spinner sollten erneut Realität werden, Comedy Central zensurierte nach ebendiesen Reaktionen erneut. Die beiden Southpark-Autoren zeigten sichtlich not amused:
In the 14 years we’ve been doing South Park we have never done a show that we couldn’t stand behind. We delivered our version of the show to Comedy Central and they made a determination to alter the episode. It wasn’t some meta-joke on our part. Comedy Central added the bleeps. In fact, Kyle’s customary final speech was about intimidation and fear. It didn’t mention Muhammad at all but it got bleeped too.
Man soll über Geschmack uneins sein und die Motive der Karikaturisten hinterfragen dürfen. Doch auf zweierlei muss man in modernen Rechtsstaaten bestehen: Dass Satire über Religiosität nicht anders behandelt wird als politische oder sonstwie gesellschaftskritische Satire. Und dass diese niemals durch Gewaltandrohung unterdrückt werden kann. Die wohl beste Art, dies durchzusetzen, ist die Zahl der Mohammed-Karikaturen zu erhöhen. Deshalb: Zeichnet 1000 Mohammed-Karikaturen!
Zum Beispiel rechtzeitig zum 20. Mai, dem «Everybody draw Mohammed Day», den die Cartoonistin Molly Norris aufgrund der Gewaltdrohung gegen die Soutpark-Macher ausgerufen hat.
Ein wahre Fundgrube an guten Gedanken, klaren Entgegnungen, frechen Cartoons. Ein Zitat des Tages und zwei Kommentare aus einer Fülle als Beispiele. Und ein Protest Pic von Sherry Young, von dem auch der eine Kommentar stammt, gegen die Zensur von Southpark:
Sherry Young: My profile pic is South Park’s 2001 depiction of Mohammed. I post it in protest of censorship.
Atheist Quote of the Day ”When one person suffers from a delusion it is called insanity. When many people suffer from a delusion it is called religion.” – Robert M. Pirsig, American writer (1928 – present)
(Zwei von Dutzenden von Kommentaren))
Sherry Young @Angelo — you are living in your imagination. That’s fine for you, but we don’t want to hear about it.
If you post here, you are merely reinforcing to us your personal insanity. Because another definition of insanity is doing the same things over and over and expecting a different result. We are rational people and have discarded the intelligence of involvement in delusions like yours a long time ago.
You choose to reject what it means to be a full human being by aligning the value of human life with your childish desire to have an “afterlife”. See, we know there are no gods to sort out the good guys from the bad guys. Justice must done in this life. Horrible tortuous deaths will not be “made up for” in Heaven. We must show compassion to all living beings right here and right now. It is your responsibility too.
Nothing fails like prayer, only action gets results, not your good intentions. Ponder this: “If wishes were horses, beggars would ride”.
Try it, take a deep breath and look deep inside yourself and recognize that this is your one and only life. Everyone else is in their one and only life too. You must do what you can to make the lives of your fellow human beings more comfortable. We all die and it’s forever. It doesn’t matter how fervently you believe that this life is not worth living without an afterlife.
This is it. Show compassion to other living things and don’t waste our time. Take action or just go away.
Lacey Marie Martin This would be the most wonderful of worlds, if only there were no religions. -John Adams
I mean…..really. My life has never been better since I stopped going to church and worshiping some sky fairy. I have a wonderful family, my health, and love all around me. And I owe that to no one but myself. i don’t wake up in the morning thanking “God” for the air in my lungs. I thanks the plants and the science behind their ability to make oxygen. Doesn’t that make more sense?
Jesus erklärt sich selbst: Ich werde Mann und Frau mit der Erbsünde ausstatten. Dann werde ich eine Frau mit mir selbst als ihr Kind schwängern, damit ich geboren werden kann. Wenn ich am Leben bin, werde ich mich als Opfer für mich selbst töten. Um dich von der Sünde zu erlösen, mit der ich dich ursprünglich ausgestattet habe.
Ta dah!
Thanks to Sam Harris for the link! Ad to feuerbringer.com und Andreas Müller.
Muslime drohen den Machern von southpark mit dem Tod. Warum? Anschauen und sich fragen, was Allah für ein Gott sein soll und was Mohammed für ein Prophet sein soll und was Religion für ein wertvoller Beitrag für ein friedliches, fröhliches und freudvolles Zusammenleben von Menschen sein soll, wenn in ihrem Namen solch hirnverbrannte Todesandrohungen gegen Karikaturisten und Künstler ausgesprochen – und wie im Fall des niederländischen Filmemachers Van Gogh – auch ausgeführt werden. Zu diesem Thema auch dieses Interview mit Ayan Hirsii Ali :
Zur Erinnerung. Wegen dieser Karikatur versuchte ein Radikalreligiöser, den dänischen Zeichner mit einer Axt in seiner Wohnung umzubringen. Und Dutzende von Menschen wurden in blinder Wut in den Proteststürmen gegen dänische Einrichtungen in muslimischen Ländern von aufgehetzten Religionsfanatikern umgebracht.

Ich veröffentliche diese Karikatur aus Solidarität mit allen, die sich für Meinungs- und Religionsfreiheit, für Toleranz und Kritikfähigkeit einsetzen. Zum Teil unter Lebensgefahr. Bedroht von Fanatikern, die ihre Legitimation zur Kriminalität von Religionsführern, Gott, sogenannt heiligen Schriften und ihren Propheten erhalten zu haben glauben.
Ein zentrales Kriterium zur Beurteilung einer Kirche ist ihre Haltung gegenüber Homosexuellen. Einmal mehr haben wir ganz aktuell und unmissverständlich die Aussage eines Bischofs, der die Homosexualität als widernatürlich verteufelt und die Haltung von Papst und Kirche und ihre verlogene Sexualmoral verteidigt. Und damit weiter Homosexuelle ausgrenzt: Hetze gegen Homosexuelle im Staatsfernsehen. Darum einmal mehr: Austreten jetzt.
Je höher der IQ, desto atheistischer. Dies zeigte sich in der vom “Das Magazin” zitierten Studie des Evolutionspsychologen Satoshi Kanazawa. Er erklärt es so: “Religiosität ist nach evolutionistischer Betrachtung ein Nebenprodukt des menschlichen Drangs, auch dort einen Sinn wahrzunehmen, wo es keinen gibt, die “Hand Gottes” hinter Phänomenen zu erkennen, die sich anders nicht erklären lassen.” Ständige Wachsamkeit, ständige Angst vor möglichen Bedrohungen führten zur ständigen Hypothesen-Bildung, zur ständigen Frage “Was steckt dahinter?”
“Menschen sind evolutionär dazu designt, paranoid zu sein, und sie glauben an Gott, weil sie paranoid sind”, so Kanazawa. Moderner Atheismus widerspreche damit einer über Millionen von Jahren geformten, erfolgreichen menschlichen Verhaltensform. Nur intelligente Exemplare kriegten das hin.
Dass sich mit der Angst der Menschen ganz schön Geld verdienen lässt, beweisen Sekten und Kirchen. Hier ein paar Links dazu: Gottes Geldeintreiber . Ein Spiegelbericht über das Vermögen der Kirchen in Deutschland. Und vielleicht ein Hinweis, dass immer mehr weniger glauben und dafür mehr zu denken beginnen: Schlechtes Image – ein Artikel aus dem manager magazin, wonach die Katholische Kirche inzwischen unbeliebter ist als die Banken. Der geheime Milliardenschatz des Klerus
Und er lebt und lebt und lebt.
Innerdeutscher Austausch.
Eine Sammlung weiterer Karikaturen zur aktuellen katholischen Kirche und zu ihren Vertretern.
Peter Beringers Beitrag “kreuz und quer”-Dokumentation “Es gibt keinen Gott – Atheisten machen mobil” ist zurzeit leider weder auf youtube noch im orf Archiv verfügbra. Einzige Möglichkeit ihn zu sehen, allerdings mit erheblicher Download-Zeit, ist via diese Internetadresse.
Richard Dawkins zu Religion und Gott.
Seit einigen Jahren macht der “Neue Atheismus” Schlagzeilen. In Büchern, auf Plakaten und städtischen Linienbussen wird verkündet: “Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott”. Weltberühmte Wissenschafter wie der Evolutionsbiologe Richard Dawkins, aber auch bisher still gebliebene Bürger von nebenan machen Front gegen die Religion und die Kirche. Peter Beringer fragt in der “kreuz und quer”-Dokumentation “Es gibt keinen Gott – Atheisten machen mobil” nach: Formiert sich der Atheismus als Bewegung? Hat es Sinn, in einer scheinbar weitgehend areligiösen Gesellschaft über ein Leben ohne Gott noch zu diskutieren? Und leben Atheisten anders, und wenn ja, wie anders? Der Film besucht die Protagonisten des neuen Atheismus wie Richard Dawkins, den Londoner Buskampagnen-Initiator Andrew Copson und den französischen Philosophen und Atheologen Michel Onfray. Hat der Atheismus zu entscheidenden existenziellen Fragen – Leid, Tod, Endlichkeit – zeitgemäße Antworten gefunden?
“Carpe diem” als atheistisches Credo
Es zeigt sich: Zwar herrscht in der Gesellschaft ein seltsamer “melancholischer Agnostizismus” vor, wie der Freiburger Fundamentaltheologe Magnus Striet feststellt. Die meisten stellen sich Gott allenfalls als unverbindliches “höheres Wesen”, dazu eine Art “Instant-Jenseits” vor, fern aller monotheistischen Vorstellungen von Gericht und Zeitenende. Die Atheisten aber wollen mit solchen Mystifikationen aufräumen: Für sie gibt es weder eine “Geist-Seele” noch Gott, noch ein Jenseits und vor allem keine “zweite Chance”. “Carpe diem” – “Nutze den Tag” fasst der zum Atheisten gewordene Theologe Joachim Kahl mit Epikur und Horaz das atheistische Credo zusammen. Das Absolute gibt es nicht. Freude ist gut, Leid ist meist sinnfrei – so wie das Leben und die Welt an sich. Menschenmöglich sei bestenfalls die Konstruktion von “Sinninseln”, die sich der Mensch kraft seiner Fähigkeit zum Denken, zum Mitfühlen und zur Liebe selbst schafft, die aber nicht überdauern. Aus dieser Haltung ergeben sich auch gesellschaftspolitische Programme: Man befürwortet, wie die Berliner Therapeutin Gita Neumann, die gesetzliche Zulassung der Sterbehilfe und kritisiert eine “verlogene”, von christlicher Leidensmystik unterfütterte Haltung der Gesellschaft zum Altern und zum Tod. Nicht nur hier will man die möglichst vollständige Trennung von Religion und Staat, bekämpft man religiöse Einwände als irrationalen Zwang. Ein anderes Kampffeld ist die religiöse Erziehung an Schulen, die man als Erziehung zu Furcht und Aberglauben brandmarkt. Religiös vermitteltes Sünden- und Schuldempfinden, so etwa der Philosoph, Musiker und Kinderbuchautor Michael Schmidt-Salomon sei menschenfeindlich, verursache nur individuelles und kollektives Leid, das unnötig ist.
Kann die Evolutionsbiologie Gott “widerlegen”?
Atheismus ist nicht neu, sondern so alt wie die menschliche Kultur. Neu, so Schmidt-Salomon, ist heute nur, dass Atheisten gekonnt die Mittel moderner PR einsetzen, um ihre Anliegen durchzusetzen. Der Wissenschaft kommt dabei ein besonderer Stellenwert zu: Vor allem die Evolutionsbiologie wird – etwa in den Erfolgswerken Richard Dawkins oder den Kinderbüchern Schmidt-Salomons – bemüht, um Gott zu “widerlegen”. Unzulässig, meinen Kritiker wie Theologe Striet und der italienische Nietzsche-Experte Gianni Vattimo, ein entschiedener Katholik, der meint, nur “die katholische Hierarchie” habe ihn “jemals an Gott zweifeln lassen”. Dass die Wissenschaft nicht geeignet ist, die Frage nach Gott zu beantworten, hält auch der junge amerikanische Bewusstseinsforscher David Eagleman fest. Er bezeichnet sich deswegen als “Possibilisten”. Die Wissenschaft, meint er, dürfe durchaus auch Hypothesen über die Existenz Gottes aufstellen. Nicht um ihn zu beweisen, sondern um die Grenzen des Wissens und der menschlichen Fantasie zu erweitern. Die Welt sei auf jeden Fall ein Konstrukt des Geistes – und es sei nicht ausgemacht, dass sie sich in der Materie erschöpft. Ein Beitrag aus kulturzeit zum Thema hier:
Der Papst und sein Entourage vermuten dunkle Kräfte, die sich gegen die Kirche verschworen hätten. Nach dem alten Muster wird das Böse überall in der Welt draussen vermutet und lokalisiert, nur nicht in den eigenen Reihen. Gegen 2000 Jahre hat diese Taktik der Fremdbeschuldigung funktioniert. Nun ist die Kirche selber dabei, sich abzuschaffen. Ironie des Schicksal. Es scheint einzutreten, was sie immer gepredigt und selber nicht geglaubt haben. Mit einem kleinen Unterschied: Es ist nicht Gott, der sie für ihre Taten bestraft. Sie bestrafen sich selber. Die Folge davon: Massenhaft Kirchenaustritte. Gut so. Den Geist befreien:
Es reicht nicht aus, einen gut funktionierenden Verstand zu haben; das Wichtigste ist, ihn auch gut zu nutzen.
René Descartes (1596-1650), französischer Philosoph, Mathematiker und Naturwissenschaftler.
Set me free.
Der Vatikan bestätigt einen Bericht über sexuellen Missbrauch und Vergewaltigungen von Nonnen in 23 Ländern. Der Artikel im Independent.