Papst für Kondome.
Die Liste der Rechte, die gegen den erbitterten Widerstand der Kirche durchgesetzt werden konnten, ist heute um eine Rubrik länger geworden. Der Papst sprach sich nur ein halbes Jahr nach seiner erneuten unsäglichen Bekräftigung des Kondom-Verbots im Aids- und HIV-geplagten Afrika heute in Rom für den Gebrauch von Kondomen aus. Hier der Tagesschau Beitrag: Papst für Kondome.
Papst für Kondome. Das auf dem Kopf ist keins
)
Die Süddeutsche dazu: Chance für eine ernsthafte Diskussion. Und schon investiert eine katholische Bank in Verhütungsmittel, wie der Spiegel berichtet. Tja, wenn im Vatikan die Dämme brechen.
Man beachte den Daumen: Honni soit qui mal y pense.

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Kommentar von Valentin Abgottspon - 22. November 2010 @ 10:53
I dubio contra deo sive papa.
Es ist ein Schritt in die angemessene Richtung. Aber schaut mal, mit welchen Zusatzbedingungen das Anwenden versehen ist. Es ist eine begrüssenswerte Grundentscheidung, natürlich. Aber wohl wirklich nicht viel mehr. Und mit “z.B. Verbreitung von AIDS durch homosexuelle Prostituierte” spielt er mal wieder dem Unwissen in die Hände. In gewissen Weltregionen wird AIDS übrigens immer noch als ausschliessliches Schwulenproblem gesehen. Und der Chefpropagandist vom Osservatore Romano spricht von “Humanisierung der Sexualität”! Da kämpft man tagtäglich dagegen, will sich die schönen Wörtchen dann aber nachher auf die Fahne schreiben. Tillys Karikatur ist da ganz sprechend.
Wahrschienlich werden die RKKler in 20 Jahren behaupten, sie hätten AIDS in Afrika eindämmen helfen. Im Zurechtlügen sind sie nämlich dann doch ziemlich stark.
Dass sich in Europa übrigens sozusagen niemand an die dümmlichen Vorschriften hält, ist mir zudem auch nur recht. Ein lebens- und lustfeindliches Dogma (im theologischen wie im alltagssprachlichen Sinn) bleibt ein solches, auch wenn ihm in weiten Teilen der Welt keinerlei Beachtung geschenkt wird.
Und insgesamt finde ich es eh etwas komisch, dass derart überschwänglich berichtet wird. Es ist ein kleiner Schritt vorwärts. Es wird aber zu wenig betrachtet, wo der Ratzfatz denn so steht, von wo aus (wie weit hinterher trottend) er denn diese Schrittchen trippelnd vorwärts tut.